14. Juli 2026
Endlich – am Freitag, dem 10. Juli, war es wieder soweit. Das lang ersehnte MoWa‑Treffen 2026 startete, und zwar bei Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz. Das Wetter war wie bestellt, und hätten wir ein Motto gewählt, dann wäre das folgende ganz passend gewesen:
Gott schütze uns vor bösen Franken
und vor Zeidnern, die zu viel tranken.
Auch schütze er uns vor Wandersachsen,
bei denen schon die Knochen knacksen.
Zum Schluss vor sächsischen Tataren,
die wie wild Motorrad fahren.
Die Squadra „Heiden aus Zeiden“, gemanagt, geführt und – wenn nötig – auch abgebremst von Egmond und Romi, schlug wieder erbarmungslos zu. Und hallo: Es machte Spaß, wie immer! Ein Gefühl wie Schabernack im Schakerak. Kurven, manchmal so spitz wie die Stecken von Vlad, dem alten Pfähler.
Unterwegs auf ihren BMWs, KTMs, Ducs, HoKaYaSukis und sonstigen zweirädrigen Eisenhaufen, starteten die wackeren Burzenländer Richtung „Ich weiß zwar auch nicht ganz genau, wo wir ankommen werden, aber fahrt mir einfach mal alle hinterher“. Romi und Egmond bildeten eine Wechselspitze, so dass jeder von beiden die Chance bekam, sich zu verfahren – was aber hauptsächlich an den verdammten Baustellensperrungen und den unintelligent installierten Umleitungen lag.
Unsere Motorräder waren natürlich alle top gewartet, weswegen es für den ADAC an uns auch nichts zu verdienen gab.
Nobelhobel
Den Motor muss man kräftig loben,
dann freut er sich und brummt.
Vier Takte braucht’s – die Kolben toben,
wenn fleißig man am Gasgriff pumpt.
Zudem musst du perfekt ihn schmieren,
ganz teures Öl wird reingeleert,
dann wird er dir auch nicht krepieren. –
So, das wäre jetzt auch geklärt.
Die Landschaft, durch die wir gondelten, war wirklich toll: Wir querten viele kleine Orte, von denen wir zuvor noch nie gehört hatten. Ich selbst kann mich noch an Zeckendorf erinnern, durch das wir kamen. Wir waren dann sehr erleichtert, es unbeschadet hindurchgeschafft zu haben, niemand wollte unser Blut absaugen. Wahrscheinlich dachten sich die Zeckendörfer: „Oha, transsilvanische Vampire mit Helm. Komm, lass den Rüssel stecken, da können wir nicht punkten.“
Und so landeten wir ein wenig später in Bad Staffelstein, bei der Franziskaner‑Basilika Vierzehnheiligen (natürlich mit angeschlossener Brauerei). Das traf sich gut, denn wir waren ja genau vierzehn Motorräder. Allerdings waren wir nicht die vierzehn Heiligen, sondern die vierzehn Eiligen. Auch hatten wir unsere Heiligenscheine schon vor dem Start der Tour gegen Motorradhelme eingetauscht. Aber schön war sie trotzdem, die Basilika – fast so schön wie die Zeidner Kirche.
Irgendwie gesegnet und auch gutgelaunt fuhren wir dann weiter, Richtung Mittagslokal. Dort angekommen, erreichte uns eine WhatsApp- Botschaft vom Bergelchen‑Wanderclub. Der ging seine eigenen Wege, weiß der Geier wohin. Bei irgendeiner „Sachsenmühle“ kamen sie anscheinend auch vorbei – ach ja, wie passend. Und so schickten uns diese eifrigen Waldbadgeister ein Video, wie sie alle gerade in einem Biergarten leiden. Wir waren nahe dran, ihnen zu Hilfe zu eilen, stellten dann aber erleichtert fest, dass wir ja – Gott sei’s gedankt – unser eigenes Bier hatten.
Gut beschattet in einer netten Restaurantscheune, verbrachten wir unsere Mittagspause nämlich bei Pizza Hajek in Kleinziegenfeld. Die Wirtin war sehr rührend und mächtig stolz darauf, echte Nachkommen von ehemals berittenen transsilvanischen Ordensleuten bewirten zu dürfen.
Nach der Hopfenpause der Bergelchen‑Wanderer, den Zu-Fuß-Rittern, wurde es für diese dann anscheinend etwas anstrengender, da es bergauf ging. Genau so muss das aber auch sein.
Lechguertens Schrecken
Das Wandern ist des Zeidners Lust,
er kann es kaum erwarten.
Ein jeder Schritt zerstört den Frust
und dehnt die Zeit zum Leichengarten.
Der Geist lebt auf, das Herz schlägt fleißig –
das hilft gegen Hypertonie.
Wir fühlen uns wieder fast wie dreißig:
So geht die Zeidner Therapie.
Auch für uns Motorradtreiber war es endlich wieder an der Zeit, unser Mittagsdösen zu beenden, und so fuhren wir wieder Richtung Unterkunft. Und wieder irrten wir – dank fehlplatzierter Baustellen und Navis, die ihren Dienst nicht ordentlich verrichten wollten – durch das fränkische Straßennetz. Manchmal haben wir uns gewünscht, dass uns der Stern von Bethlehem erscheinen möge, der unseren beiden Tour‑Guides den richtigen Weg zeigt. Dazu war es aber entweder noch zu hell oder wir waren alle noch zu nüchtern.
Selbstverständlich haben wir es aber doch geschafft und sind wieder alle wohlbehalten auf unserem Hotelparkplatz eingerollt. Vierzehn Motorräder sind gestartet – und vierzehn kamen auch wieder zurück. Was will man mehr: Die Wallfahrt zur Basilika‑Brauerei hatte keine Opfer gefordert.
Wie schön, dass unser Wochenendhotel, der Landgasthof Frankenstern, siebenbürgisch geführt war. Unsere Gastgeber waren Sara und Gerhard, beide aus Siebenbürgen und natürlich die Geschäftsführerin Ioana Popescu aus der Maramureș. Sie alle und ihr Team kümmerten sich prächtig um uns. So konnten wir uns später auf einen urigen Grillabend freuen – mit Mici, Mujdei, gegrilltem Kukuruz, Țuică usw. Eben all das, was ein ordentlich aufgewachsener Sachse so kennt. Später abends, als es dann ans Festeln ging, hatte unser DJ Lor die Musik extra laut gemacht, da unser aller Altersdurchschnitt doch schon etwas über sechzig lag. Daher entschieden wir uns beim Tanzen zuerst für eine Polonaise – weil man sich dort am Vordermann oder an der Vorderfrau festhalten kann und das Tanzkonstrukt somit statisch deutlich stabiler wird. Die Musik wurde vom Führungsjogi dieser Zeidner Wunderkreistruppe per Bluetooth‑Box auf der Schulter mitgeschleppt, weil man in diesem Alter ja nicht genau weiß, ob man sie nach den ersten fünf Metern Polonaise überhaupt noch hören kann. Nun ja – zum Ausruhen zeigte unser Lorant dann noch ein Filmchen mit unseren Schandtaten vom letzten MoWa-Treff, in Menzenschwand. Danach wurde weiter bis in die Puppen getuawt.
Die Nacht war kurz, das Frühstück nahte –
bezahlt hab ich mit Visa‑Karte.
Und so ging wieder ein viel zu kurzes, aber ereignisreiches MoWa zu Ende, das – wie könnte es auch anders sein? – perfekt von Astrid und Egmond gemanagt wurde. Herzlichen Dank euch beiden, und wir sind schon alle auf das MoWa 2027 gespannt. Aber bitte nicht bei Schnee und Eis – das wäre sonst ein echter Sche… äh, Schock.
Frieder Stolz
Weitere Photos findet man in der Bildergalerie.



